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Pressemeldungen

  • Wer war der Tote im Hof?
    Neue Forschungen im römischen Eisenberg

    Vortrag von Dr. Ulrich Himmelmann und Ulrich Mayer im Landesmuseum Mainz der GDKE am 1. August um 18 Uhr / Eintritt frei

    Es wurde wild spekuliert als man im Sommer 2016 im Hof des spätantiken Burgus von Eisenberg das Skelett eines jungen Mannes zu Tage förderte, das Spuren extremer Gewalteinwirkung zeigte. Einige Medien vermuteten schon „Deutschlands ältestes Mordopfer“. Tatsächlich gibt der Fund den Forschern und Archäologen einige Rätsel auf: Wen hat man dort überhaupt gefunden? Warum wurde er so zugerichtet? Und: Warum wurde er genau hier vergraben?

    Unter dem Titel „Wer war der Tote im Hof? Neue Forschungen im römischen Eisenberg“ gehen Dr. Ulrich Himmelmann, Leiter der Außenstelle Speyer, Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und der Grabungstechniker Ulrich Mayer vom Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg, in ihrem Vortrag am 1. August um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz, dem rätselhaften Kriminalfall auf den Grund. Der Eintritt ist frei.

    Bereits im 18. Jahrhundert wurden in Eisenberg im Auftrag des pfälzischen Kurfürsten Carl Theodor Steindenkmäler ausgegraben und in das Mannheimer Antiquarium gebracht. Seit dem verging kaum ein Jahrzehnt ohne größere Entdeckungen. Inzwischen weiß man, dass hier bereits um Christi Geburt eine auf Eisenverarbeitung spezialisierte Siedlung existierte, die sich im Lauf der folgenden Jahrhunderte zu einer ansehnlichen Römerstadt entwickelte. In der Spätantike wurde über den Ruinen zerstörter Gebäude eine Kleinfestung („Burgus“) errichtet, in dessen Schutz die Siedlung bis weit ins 5. Jahrhundert hinein fortbestand.

    Seit 1992 gräbt hier die Direktion Landesarchäologie Speyer, im Jahr 2000 erfolgte der Spatenstich für den Römerpark Vicus Eisenberg, seit 2008 arbeiten hier am nordpfälzischen Fundort in Eisenberg die Landesarchäologen gemeinsam mit der Stadt Eisenberg und Forschern vom Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg zusammen. „In Eisenberg beginnt die Antike direkt unter der Erdoberfläche“, erklärt Himmelmann. Denn bei ihren jüngsten Forschungsgrabungen stießen die Archäologen bereits nach wenigen Zentimetern auf die gut erhaltenen Mauern des spätantiken Burgus. Da im Gegensatz zu anderen Römerstädten nach der Antike große Bereiche der Siedlung nicht wieder überbaut wurden, sondern bis heute ungestört unter der Erde liegen, können die Archäologen hier besonders gut forschen und auch moderne Methoden wie z.B. die Geoprospektion oder die systematische Auswertung von Laserscans sowie Luftbilder zum Einsatz bringen.

    Bildtext: Ausgrabungen im nordpfälzischen Eisenberg
    Foto: GDKE, Landesarchäologie Speyer

    Michael Bonewitz
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  • Römer, Kelten und Germanen im Landesmuseum Mainz
    Erlebniswochenende liefert Einblicke in das Militär- und Zivilleben vor rund 2000 Jahren

    Am 12. und 13. August ist es wieder soweit: Die I. Römercohorte Opladen schlägt ihr Zeltlager im Innenhof des Landesmuseums Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) auf.

    Diesmal haben die Römer sogar Unterstützung mitgebracht. Erstmals im Mainzer Landesmuseum sind die Keltengruppe Carnyx und die Germanen der Gruppe Ars Replika zu Gast. Die drei Gruppen entführen die Besucherinnen und Besucher in die Zeit der Römer, Kelten und Germanen vor rund 2000 Jahren.

    Neben einem Römerlager, militärischen Übungen und Kampfpraktiken der Römer stehen Einblicke in das zivile Leben der Kelten, Römer und Germanen auf dem Programm. So lassen sich beispielsweise die unterschiedlichen Küchen vergleichen und probieren oder auch die verschiedenen Handwerkstechniken wie Textilherstellung und Färben, Fibelherstellung, Knochenschnitzerei und Kettenhemdstricken. Erstmals ist auch ein römischer Astronom dabei.

    Während des gesamten Wochenendes können die Besucher selbst aktiv werden, an spannenden Spielen für Jung und Alt teilnehmen und in die Welt der Römer, Kelten und Germanen eintauchen.

    Das Erlebniswochenende „Römer, Kelten und Germanen“ ist Teil des Rahmenprogramms zur diesjährigen Sonderausstellung des Landesmuseums Mainz „VorZeiten – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“, die in Kooperation mit der Landesarchäologie entstand. Die Ausstellung, in der man viele von den Kelten, Römern und Germanen genutzte Objekte wiederfinden kann, ist noch bis zum 29. Oktober 2017 im Landesmuseum Mainz zu sehen. Während der gesamten Dauer der Veranstaltung kann im Übrigen auch die Steinhalle besichtigt werden, die vorübergehend vom rheinland-pfälzischen Landtag als Sitzungsstätte genutzt wird. Dort sind Grabsteine römischer Soldaten zu sehen.

    Der seit über 30 Jahren bestehende Verein I. Römercohorte Opladen zählt zu den bekanntesten Römergruppen Deutschlands. Die Opladener Cohorte hinterließ bei ihren Auftritten in den letzten Jahren bei vielen begeisterten Zuschauern im Landesmuseum Mainz einen bleibenden Eindruck.

    Die Keltentruppe CARNYX (nach der Bezeichnung für eine keltische Kriegstrompete) formierte sich im Frühjahr 1999 aus Tübinger Archäologen und historisch Interessierten. Im „keltischen Lager“ erlebt man Vorgeschichte zum Anfassen: Gezeigt werden unter anderem die Ausrüstung und Bewaffnung keltischer Krieger oder auch Tracht und Schmuck der Frauen dieser Zeit.

    Der Verein Ars Replika rekonstruiert unter anderem Kleidung, Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Werkzeuge und Waffen verschiedener Epochen. Bei der Auswahl der verwendeten Materialien wird großer Wert auf Authentizität und Detailtreue gelegt. Ars Replika e.V. wurde 1992 in Mainz von Studenten der Altertumswissenschaften und interessierten Laien gegründet. Der Verein arbeitet seitdem erfolgreich mit Museen und vergleichbaren wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.

    Das Erlebniswochenende „Römer, Kelten und Germanen“ im Landesmuseum Mainz findet am 12. und 13. August jeweils von 10 bis 17 Uhr statt. Es gilt der übliche Museumseintritt von 6 Euro, ermäßigt 5 Euro.

    Das nächste Erlebniswochenende findet übrigens am 16. und 17. September statt und ist ein Familienfest rund um die Themen Erdgeschichte und Steinzeit.

    Michael Bonewitz
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  • Eintauchen in das Zeitalter der Ritter
    Familien-Ritterfest im Landesmuseum Mainz am kommenden Wochenende

    Ritter in Rüstungen, spektakuläre Schwertkämpfe, aktionsreiche Mitmachangebote, sehenswerte Showeinlagen und vieles mehr bietet das inzwischen schon traditionelle Familien-Ritterfest am Wochenende des 15. und 16. Juli im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE).

    Los geht es am Samstag um 10 Uhr mit Taravas, dem Spielmann. Anschließend, gegen 10:30 Uhr, begrüßt die zeitgenössisch gekleidete Bardin, Wanda Wurzel, mit mittelalterlichen Klängen die großen und kleinen Besucher im Innenhof des Museums.

    Zahlreiche Stationen bieten den Kindern den ganzen Tag über die Möglichkeit mit einem abwechslungsreichen Programm in die sagenumwobene Welt der Ritter einzutauchen: Ob Hufeisenwerfen, Schmieden, Papierschöpfen, Filzen oder Malen und Basteln im Ritterzelt. Die kleinen Besucher können sich bei einem Schaukampf mit ungefährlichen „Styropor-Schwertern“ austoben, sich alte Märchen von „Fabulix“ erzählen lassen oder in der Kinderrüstkammer allerlei Ritter-Utensilien erwerben. Beim gemeinsamen Bogenschießen kann sich die ganze Familie vergnügen. Spannender Höhepunkt ist sicher das wilde Gefecht der Kinder gegen die Ritter. An jedem Veranstaltungstag wird dieser Kampf aufs Neue entschieden – ein ungefährliches, aber wildes Spektakel mit sehr hohem Spaßfaktor!

    Spannende Einblicke verspricht ein kleines mittelalterliches Lager: Ihre Zelte samt Kochkessel und mittelalterlicher Ausrüstung haben die rüstigen Ritter gleich mitgebracht. Während der gesamten Veranstaltung sind sie überall im Innenhof anzutreffen und können jederzeit angesprochen werden. Kenntnisreich informieren sie die Besucher gerne über ritterliche Werte, über Waffen und Techniken der Kriegsführung. Dreimal pro Veranstaltungstag präsentieren die Ritter bei Schwertkämpfen ihr Können. Stündliche Familienführungen, jeweils von 11 bis 16 Uhr, geben Einblicke in die Ritterwelt im mittelalterlichen Mainz.

    Das Familien-Ritterfest läuft im Rahmen der Landesausstellung „vorZEITEN“. Dazu zählen auch die beiden Erlebniswochenenden „Römer, Kelten und Germanen“ am 12. und 13 August sowie das Familienfest rund um die Erdgeschichte und die Steinzeit am 16. und 17. September.

    Während der Veranstaltung kann im Übrigen sowohl die Steinhalle besichtigt werden, die vorübergehend vom rheinland-pfälzischen Landtag als Sitzungsstätte genutzt wird – dort sind Grabsteine römischer Soldaten zu sehen – als auch die aktuelle Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“. Sie präsentiert bedeutende archäologische Funde und Bodendenkmäler aus ganz Rheinland-Pfalz und nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte. Faszinierende Zeugnisse längst vergangener Epochen und einmalige Exponate – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart – machen das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar. „vorZEITEN“ ist bis 29. Oktober im Landesmuseum Mainz zu sehen.

    Das Familien-Ritterfest findet am 15. und 16. Juli jeweils von 10 bis 17 Uhr statt. Es gelten die regulären Eintrittspreise des Landesmuseums Mainz.

    Michael Bonewitz
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  • Die Hunnen im Westen: Der Schatzfund von Rülzheim

    Vortrag von Dr. Ulrich Himmelmann im Landesmuseum Mainz der GDKE
    am 11. Juli um 18 Uhr

    Es war ein spektakulärer Fund, der ein weltweites Medienecho ausgelöst hatte: Der Schatz von Rülzheim, der noch bis 29. Oktober erstmals im vollständig restaurierten Zustand in der aktuellen Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Landesmuseum Mainz zu sehen ist. Dabei waren es nicht allein die qualitativ hochwertigen, über 100 Einzelstücke aus der Spätantike, die Anfang 2014 für Schlagzeilen sorgten, sondern auch die Umstände ihrer Entdeckung durch einen Metallsondengänger, der den Schatz illegal aus dem Boden gerissen hatte.

    Unter dem Titel „Die Hunnen im Westen? Der Schatzfund von Rülzheim“ stellt Dr. Ulrich Himmelmann, Leiter der Außenstelle Speyer, Direktion Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), in einem Vortrag am 11. Juli um 18 Uhr im Landesmuseum einerseits den Schatz selbst vor, wirft aber gleichzeitig auch einen Blick auf das Spannungsfeld von Sondengängern und Archäologen.

    Zum Hintergrund: In der Südpfalz bei Rülzheim war 2014 ein junger Mann, der ohne Genehmigung mit einer Metallsonde suchte, zufällig auf den bedeutenden Hort, vermutlich aus dem 5. Jahrhundert n.Chr., gestoßen. Er meldete den Fund nicht den Fachleuten, sondern grub die Objekte unfachmännisch aus, wobei an der Fundstelle alle archäologisch relevanten Spuren unwiederbringlich zerstört wurden. Erst nach mehreren Monaten und unter dem Druck polizeilicher Ermittlungen übergab er die Gegenstände den zuständigen Stellen.

    Inzwischen ist die Restaurierung der Stücke weitgehend abgeschlossen und die wissenschaftliche Aufarbeitung läuft in vollen Zügen. Hierbei bestätigt sich die erstaunliche Heterogenität der Funde, sowohl was ihren Erhaltungszustand, als auch ihre Herkunft angeht: Während ein Teil der Gegenstände bereits in der Antike brutal zerstört wurde, scheinen andere vergleichsweise pfleglich behandelt worden zu sein. Bezüglich der Herkunft lassen sich viele Objekte, wie z.B. die große Silberplatte, der Klappstuhl oder der Spiegel mit Objekten aus dem römischen Kulturkreis vergleichen, während andere Stücke, wie z.B. die goldenen Appliken, die Silberschale mit Mittelmedallion (Siehe Abb.) oder das Silberblech mit Tierdarstellung, deutliche Bezüge in den Hunnisch-Alanischen Bereich aufweisen.

    Schließlich führte der „Fall Rülzheim“ zu einer lebhaften Diskussion über das Verhältnis zwischen „Sondengängern“ und Archäologen. In Rheinland-Pfalz wurde in der Folge ein neues, landesweit einheitliches System eingeführt, bei der die Nachforschungsgenehmigung mit fachlichen Auflagen verbunden ist. Derzeit arbeitet allein die für die Pfalz zuständige Außenstelle der Landesarchäologie in Speyer mit ca. 70 Sondengängern zusammen, die regelmäßig betreut und geschult werden. Der Rülzheim-Finder gehört bezeichnenderweise nicht dazu! Er ist jedoch auch nicht repräsentativ für die Sondengängerszene, sondern steht nur für jenen Teil, der um des eigenen finanziellen Vorteils die Zerstörung unseres kulturellen Erbes billigend in Kauf nimmt.

    Michael Sowada
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  • 9. Deutscher Archäologiekongress
    vom 3. bis 8. Juli 2017 in Mainz

    Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen sich vom 3. bis 8. Juli in Mainz mit den unterschiedlichen Themen der Archäologie auseinander.

    „Unsere Regionen in Rheinland-Pfalz sind so reich an archäologischen Relikten“, bekennt Generaldirektor Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), „dass wir keinen Vergleich mit irgendeiner anderen Landschaft im westlichen Mitteleuropa scheuen müssen. Schließlich belegen die außerordentlich hohe Zahl an archäologischen Funden und Befunden nicht weniger als 800.000 Jahre wechselvolle Menschheitsgeschichte an Rhein und Mosel.“ So gibt es gleich mehrere Gründe, warum der 9. Deutsche Archäologiekongress in diesem Jahr im Landesmuseum Mainz der GDKE stattfindet: Rheinland-Pfalz feiert gerade 70 Jahre Landesarchäologie und präsentiert im Mainzer Landesmuseum die vielbeachtete Landesausstellung „vorZeiten – archäologische Schätze an Rhein und Mosel“.

    Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen sich vom 3. bis 8. Juli in Mainz mit den unterschiedlichen Themen der Archäologie auseinander. Neben Infoveranstaltungen, Diskussionsrunden und Arbeitsgruppen werden auch Stadtführungen angeboten, etwa zum Isis-Tempel oder zur Kirche St. Johannis in Mainz sowie Exkursionen etwa zur Georgskapelle nach Heidesheim, zur Kaiserpfalz in Ingelheim, zur Römervilla in Bad Kreuznach und zur Klosterruine Disibodenberg.

    „Der letzte große Kongress der Archäologen war 2014 in Berlin“, erinnert Prof. Dr. Alfried Wieczorek, Vizepräsident des Deutschen Verbands für Archäologie (DVA) und Vorsitzender des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung (WSVA), „umso wichtiger ist angesichts der großen Zeitspanne einerseits der gelebte wissenschaftliche Diskurs wie auch die Kontaktpflege und das Netzwerken untereinander.“

    Der 9. Deutsche Archäologiekongress des Deutschen Verbandes für Archäologie und der Deutschen Altertumsverbände wird veranstaltet für den Deutschen Verband für Archäologie vom West- und Süddeutschen Verband für Altertumsforschung in Kooperation mit dem Mittel- und Ostdeutschen Verband für Altertumsforschung. Kooperiert wird dabei in Mainz mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und seinen Direktionen Landesmuseum Mainz und Landesarchäologie, Außenstelle Mainz. Im Landesmuseum befindet sich zugleich das Tagungsbüro. Weitere Kooperationspartner und Tagungsorte sind das Römisch-Germanische Zentralmuseum, das Institut für Altertumswissenschaften, Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Deutschen Archäologen-Verband.

    „Aktuell stehen wir angesichts vieler finanzieller Engpässe vor großen Herausforderungen“, ergänzt Dr. Jasper von Richthofen, Vorsitzender des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Altertumsforschung (MOVA) „das macht die Bedeutung dieses Archäologiekongresses deutlich und wir müssen uns zugleich immer wieder neu mit der Frage beschäftigen, welche Rolle die archäologische Wissenschaft für die Gesellschaft spielen kann.“

    In den unterschiedlichen Arbeitsgruppen diskutieren Expertinnen und Experten um Themen wie etwa die Vielfalt der Geschlechter, Migration und aktuelle Forschungsergebnisse oder um das Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses: „Archäologie und Identität“. „Angesichts der Zerstörungen von kulturellem Erbe in den letzten Jahren wird der Kulturgutschutz aktuell viel diskutiert und auch die umfassenden Migrationsbewegungen stellen uns vor neue Herausforderungen“, so Prof. Dr. Alfried Wieczorek.

    Ein weiteres aktuelles Thema sind „prekäre Beschäftigungsverhältnisse“ in der Archäologie. Dabei geht es unter anderem um problematische Zeitverträge und unverhältnismäßige Entlohnung. „Für den wissenschaftlichen Nachwuchs ist diese Situation zunehmend untragbar und sie bedroht auch die Qualität der Arbeit in der Denkmalpflege“, so Prof. Dr. Claus von Carnap Bornheim, Vorsitzender Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung, „wir werden die Thematik daher intensiv im Laufe des Archäologiekongresses mit allen Beteiligten diskutieren.“

    „Das Herz der Archäologie schlägt in diesem Jahr in Mainz“, freut sich die kommissarische Direktorin des Landesmuseum Mainz, Dr. Birgit Heide, „mit unserer aktuellen Landesausstellung „vorZeiten“ präsentieren wir zudem eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte mit faszinierende Zeugnissen längst vergangener Epochen und einmaligen Exponaten – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart. So gesehen ist es uns eine große Ehre, dass wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Archäologiekongresses das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar machen können.“

    Michael Bonewitz
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  • Auf dem Weg ins Museum: Landesmuseum Mainz feiert Abschlussfest für „Kultur macht stark“

    Neun Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren haben in den vergangenen Wochen auf ungewöhnliche Weise das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) neu entdeckt.

    Im Rahmen des Projektes „Mein Weg ins Museum“ brachten sie persönliche Gegenstände, die ihnen lieb und wichtig sind, in das Landesmuseum – und suchten sich dazu vor Ort passende Ausstellungsstücke aus. Daraus entstand zunächst eine Führung von Kindern für Kinder. Außerdem haben die Teilnehmer ihre Arbeit in Videoclips dokumentiert, so dass ihre Geschichten künftig allen Museumsbesuchern zugänglich sind.

    Zum Ende dieses außergewöhnlichen Projekts feiert das Landesmuseum nicht nur die Premiere dieser Videobeiträge, sondern zugleich auch ein kleines, öffentliches Abschlussfest für alle Interessierten und zwar am Dienstag, 27. Juni, von 17 bis 19 Uhr. Die jungen Ausstellungsmacher führen bei dieser Gelegenheit die Besucher noch einmal zu „ihren“ Gegenständen – und erläutern, warum sie sich für dieses Objekt entschieden haben. Kleine kulinarische Leckereien runden das Fest ab.

    Und das Landesmuseum hat bereits den nächsten Antrag auf Fördermittel in der Reihe „Kultur macht stark“ ins Auge gefasst. Unter diesem Motto fördert der Deutsche Museumsbund aus Bundesmitteln Museumsprojekte von Kindern für Kinder. Der Blog, Videos und Beiträge zu „Mein Weg ins Museum“ sind unter www.landesmuseum-mainz.de zu finden.

    Michael Sowada
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  • Spätantikes Tafelsilber: Die Trierer Apostelkanne und ein bedeutender römischer Schatz

    Die Trierer Apostelkanne ist ein außergewöhnliches Silberobjekt aus der Spätantike und steht in Verbindung mit einem spektakulären Schatzfund aus dem 17. Jahrhundert.

    Derzeit ist die eindrucksvolle Silberkanne in der großen Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) zu sehen.

    Im Rahmen der Ausstellung wirft Ludwig Eiden, Leiter der Restaurierungswerkstatt, Direktion Rheinisches Landesmuseum Trier der GDKE, am 27. Juni um 18 Uhr bei seinem Vortrag im Landesmuseum Mainz einen Blick auf die spannende Herkunftsgeschichte der Apostelkanne - ein seltener Beleg für spätantikes Tafelsilber, das mit christlichen Motiven verziert wurde. Insbesondere berichtet Eiden von den aufwendigen Restaurierungsarbeiten, die interessante Hinweise auf die Herstellungstechnik des Objektes liefern.

    Nach 25 Jahren Forschungsarbeit wurde kürzlich die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses besonderen Fundes veröffentlicht. Die Kanne wurde 1992 am Moselufer in Trier entdeckt. Experten vermuten, dass das Objekt aus einem bedeutenden römischen Schatzfund stammt, der bereits im frühen 17. Jahrhundert ganz in der Nähe ausgegraben worden war.

    Dabei handelt es sich um den Trierer Silberfund von 1628, einem Ensemble von mehr als 50 Gefäßen und Objekten, die historischen Quellen zufolge allesamt kurz nach ihrer Freilegung eingeschmolzen wurden. Glücklicherweise hinterließen die Entdecker eine Auflistung und Kurzbeschreibung der gefundenen Objekte. So ließen sich Teile des Fundes rekonstruieren, mit ähnlichen Funden vergleichen und zeitlich einordnen. Dies ließ den Schluss zu, dass die verloren gegangenen Objekte ebenso aus der spätrömischen Zeit stammen wie die erhaltene Apostelkanne. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Apostelkanne das einzig erhaltene Objekt aus dem Trierer Silberfund ist.

    Der Vortrag „Versteckt. Entdeckt. Ergründet. Restaurierung und Herstellungstechnik der Trierer Apostelkanne“ beginnt am Dienstag, 27. Juni, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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  • Mondscheinkino im Innenhof
    Landesmuseum Mainz veranstaltet Film-Nächte
    unter freiem Himmel

    Vom 20. bis 22. Juli verwandelt sich der idyllische Innenhof des Landesmuseums Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in ein Open Air Kino. Inspiriert von der aktuell laufenden Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ zeigt das Museum an drei Sommerabenden bestes Popcorn-Kino quer durch alle Epochen.

    Die Mondscheinkino-Reihe, die das Landesmuseum in Kooperation mit dem Filmsommer Mainz veranstaltet, startet am Donnerstag, 20. Juli, mit einem absoluten Kult-Film: dem Monty Python-Klassiker „Das Leben des Brian“ (FSK 16).
    Am Freitag steht ein Hollywood-Streifen auf dem Programm: der Agenten-Thriller „Allied – Vertraute Fremde“ (FSK 12) mit Brad Pitt und Marion Cotillard in den Hauptrollen.
    Den Abschluss bildet am Samstag der Abenteuerfilm „Der 1. Ritter“ (FSK 12), der mit Stars wie Sean Connery, Richard Gere und Julia Ormond die Helden der König Artus-Sage lebendig werden lässt.

    Die drei Filme beginnen jeweils um 21.30 Uhr, Einlass ist ab 20.00 Uhr.
    Der Eintritt ist frei. Für kleine Speisen und Getränke sorgt Stullen Andi.
    In Kooperation mit Filmsommer Mainz.

    Termine Mondscheinkino

    Do. 20.07.: Das Leben des Brian, GB 1979 | 94 Minuten | FSK 16
    Fr. 21.07.: Allied – Vertraute Fremde, US 2016 | 124 Minuten | FSK 12
    Sa. 22.07.: Der 1. Ritter, US 1995 | 125 Minuten | FSK 12

  • "Wie kommt ein Einhorn ins Museum?"
    Führung von Kindern für Kinder / Projekt des Landesmuseums Mainz „Mein Weg ins Museum“

    Hat nicht jeder einen Gegenstand zuhause, der ihm besonders wichtig ist und der auch in ein Museum passen würde? Über diese Frage tritt das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) in einen ungewöhnlichen Dialog mit Kindern und Jugendlichen, die auf interaktive Weise mit dem Projekt „Mein Weg ins Museum“ das Landesmuseum Mainz neu entdecken sollen.

    Eingebunden ist das Projekt in eine bundesweite Aktion des Deutschen Museumsbundes „Von uns – für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

    „Mein Weg ins Museum“ des Landesmuseums Mainz verknüpft verschiedene auch mediale Ebenen. Zunächst werden den persönlich ausgewählten Gegenständen der Jugendlichen passende Ausstellungsstücke im Museum zugeordnet. Beide Gegenstände werden schließlich in einem kurzen Filmporträt zusammengeführt. In diesen digitalen „Porträts“ stellen sich die Teilnehmer indirekt selbst vor und schildern die unterschiedlichen Wege ins Museum – ihren eigenen und den des Gegenstandes.

    Das können Armreifen sein, Andenken, Glücksketten, Einhörner als Handtaschen, wertvolle Tassen – allesamt persönliche Sammlerstücke der Jugendlichen, die eine eigene Geschichte erzählen. „So werden sie sich ihrer eigenen kulturellen Identität bewusst, erobern gleichzeitig das Museum als ,dritten Ort‘, den man später auch in Eigenregie aufsuchen kann und begegnen dort Zeugnissen anderer Kulturen“, so Ellen Löchner, Leiterin der Museumspädagogik im Landesmuseum Mainz: „Dazu kommt der bewusste und kreative Umgang mit digitalen Medien sowie die Förderung ihrer sprachlichen und medialen Ausdrucksfähigkeit.“

    Begleitend dazu wird in einem Blog unter www.mein-weg-ins-museum.de aufgezeigt, welche Schritte bislang gemeinsam unternommen wurden - von den ersten Fotos bis zum fertigen Film. Am 11. Juni besteht für PressevertreterInnen, die Möglichkeit von 15 bis 16 Uhr die Jugendlichen bei ihrem Weg durchs Museum zu begleiten. Im Rahmen einer Führung von Kindern und Jugendlichen für Kinder haben alle Teilnehmer und Besucher die Chance, die Gegenstandspaare kennenzulernen. Mitgebrachte Lieblingsgegenstände, Geschwister und Eltern sind herzlich eingeladen.

    „Von uns – für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt.“ ist das Motto, unter welchem der Deutsche Museumsbund als Projektpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der fünfjährigen Laufzeit insgesamt fünf Millionen Euro erhält. Über 30 Projekte sind in dieser Reihe bisher durchgeführt worden, und das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) hatte das Glück, mit seinem Projekt „Mein Weg ins Museum“ zur Förderung ausgewählt zu werden. Es steht damit in einer Reihe mit namhaften Institutionen wie dem Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe), Museum für Kommunikation (Frankfurt/Main) und dem Jüdischen Museum Berlin.

    Foto: GDKE, Ayse

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  • Wie Gesteinsablagerungen Informationen speichern

    Vortrag beleuchtet das Eckfelder Maar in der Vulkaneifel als Fossillagerstätte und erdgeschichtliches Archiv.

    Ob mit „Haut und Haar“ erhaltene Fossilien oder Spuren von Klimaschwankungen: Maare liefern weltweit faszinierende Zeugnisse und Erkenntnisse aus Jahrmillionen der Erdgeschichte. Im Rahmen der Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ stellt Dr. Herbert Lutz, stellvertretender Direktor des Naturhistorischen Museums in Mainz, in seinem Vortrag am 13. Juni im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) das Eckfelder Maar in der Vulkaneifel als Fossillagerstätte und erdgeschichtliches Archiv vor.

    Gesteinsablagerungen (Sedimente) von Maar-Seen bieten einzigartige Voraussetzungen für die Erhaltung zahlreicher Fossilien. Auch in den Sedimenten selbst sind spannende Informationen gespeichert. So lassen sich in den Ablagerungen Klimaschwankungen und deren Ursachen erkennen, darunter planetare Einflüsse wie beispielsweise der Sonnenfleckenzyklus. Bei diesem elf-jährigen Zyklus entstehen dunkle Stellen auf der Sonnenoberfläche („Sonnenflecken“), die kühler sind und weniger sichtbares Licht abstrahlen. Die Folgen davon sind in den Ablagerungen von Maarseen nachweisbar.

    Dr. Lutz stellt Ergebnisse aus Forschungsgrabungen vor, die vom Naturhistorischen Museum/ Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz seit 1987 kontinuierlich im Eckfelder Maar durchgeführt werden. Ziel dieser Grabungen ist es, den einstigen Lebensraum und deren Pflanzen- und Tierwelt so gut wie möglich zu rekonstruieren. Das Eckfelder Maar ist 44 Millionen Jahre alt und damit das älteste der über 70 Maare in der Eifel.

    Der Vortrag „Maare: Kontinentale Fossillagerstätten, Geo- und Klimaarchive. Das Beispiel Eckfelder Maar“ beginnt am Dienstag, 13. Juni, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz. Der Eintritt ist frei.

    Der Beitrag von Dr. Herbert Lutz ist Teil einer Vortragsreihe rund um die Ausstellung „vorZEITEN“, die am 27. Juni mit einem Vortrag von Ludwig Eiden, Leiter der Restaurierungswerkstatt des Rheinischen Landesmuseums Trier, zum Thema „Die Trierer Silberkanne” fortgesetzt wird.

    Die Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ präsentiert bedeutende archäologische Funde und Bodendenkmäler aus ganz Rheinland-Pfalz, sie nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte. Faszinierende Zeugnisse längst vergangener Epochen und einmalige Exponate – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart – machen das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar.

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  • Vulkanismus und Fossilien in Westerwald und Eifel

    Vulkanausbrüche können einerseits eine ungeheure zerstörerische Wirkung entfalten. Andererseits zeigen deren Begleiterscheinungen mitunter auch eine große schöpferische Kraft, die sich positiv auf die Natur in der unmittelbaren Umgebung auswirken kann.

    Im Rahmen der Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ nimmt Dr. Thomas Schindler - wissenschaftlicher Mitarbeiter der Direktion Landesarchäologie, Referat Erdgeschichte in Koblenz - den Vulkanismus in Rheinland-Pfalz genauer unter die Lupe und beleuchtet seine Bedeutung für die Erhaltung seltener Fossilien.In seinem Vortrag am 6. Juni um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) widmet er sich den Vulkanregionen Eifel und Westerwald.

    Zu den bekanntesten Resultaten vulkanischer Aktivitäten in Rheinland-Pfalz gehören die Eifeler Maare, eine Ansammlung von über 70 Vulkanseen, die in der Eiszeit entstanden sind. In einem dieser Vulkane gab es vor rund 13.000 Jahren den bislang letzten Ausbruch in Deutschland. Andere Stellen in der Eifel sowie im östlich angrenzenden Westerwald, wo zahlreiche Basalte (Lavaformationen) erhalten sind, belegen, dass es schon vor 108 Millionen Jahren erste Vulkane in der Region gegeben hat. Thomas Schindler stellt überraschend gut erhaltene Fossilien vor, die aus diesen Vulkangebieten stammen. Der Vortrag „Vulkanismus und Fossilien in Westerwald und Eifel“ beginnt am Dienstag, 6. Juni, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz. Der Eintritt ist frei.

    Der Beitrag von Thomas Schindler bildet den Auftakt zu einer Vortragsreihe rund um die Ausstellung „vorZEITEN“, die am 13. Juni mit einem Vortrag von Dr. Herbert Lutz, stellvertretender Direktor des Naturhistorischen Museums Mainz, zum Thema „Maare: Kontinentale Fossillagerstätten, Geo- und Klimaarchive. Das Beispiel Eckfelder Maar“ fortgesetzt wird.

    Die Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ präsentiert bedeutende archäologische Funde und Bodendenkmäler aus ganz Rheinland-Pfalz, sie nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine außergewöhnliche Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erd- und Kulturgeschichte. Faszinierende Zeugnisse längst vergangener Epochen und einmalige Exponate – von den erdgeschichtlichen Anfängen bis in die Gegenwart – machen das reichhaltige kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz erlebbar.

    Michael Bonewitz
    Agentur & Verlag Bonewitz
    Obergasse 14
    55294 Bodenheim
    Telefon: 06135 6005
    Michael(at)bonewitz.de

  • Pressekonferenz „vorZEITEN“ am 16.05.2017

    Pressekonferenz „vorZEITEN“ am 16.05.2017

    Am 16.05.2017 fand die Pressekonferenz zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Landesmuseum Mainz statt.

    Kulturminister Wolf wirbt für Landesausstellung „vorZEITEN“
    „Erstmalig in der Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz widmet sich eine so umfangreiche Ausstellung dem reichhaltigen kulturellen Erbe unserer Region“, betonte Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf am Dienstag auf der Pressekonferenz.

    Zur Ausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“
    Die Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ ist aufgeteilt in 16 kleine Räume, die neun Epochen gewidmet sind: Erdgeschichte, Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Römerzeit, Völkerwanderungszeit (Spätantike), Frühes Mittelalter, Mittelalter und Neuzeit. 

    Highlights
    Entdecken Sie die Highlights der Landesausstellung "vorZEITEN".

    70 Jahre Landesarchäologie Rheinland-Pfalz
    In diesem Jahr feiert Rheinland-Pfalz seinen 70. Geburtstag. Damit begeht zugleich auch eine Institution ihr 70-jähriges Bestehen, die das reichhaltige kulturelle Erbe des Landes sichert und für kommende Generationen bewahrt: die Landesarchäologie. 

    Begleitband zur Landesausstellung
    Im Begleitband zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ werden ausgesuchte Funde sowie aktuelle Forschungsergebnisse vorgelegt.

    Begleitbroschüre „Die Schätze des Landes entdecken“
    Hier finden Sie Tipps und Anregungen für Ihre persönliche archäologische Entdeckungstour.

    Kinderausstellung / Angebote für Schulklassen und Lehrermaterial
    Im Rahmen der Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ wurde ein ZEITforscherRAUM als interaktiver Ausstellungsbereich für Kinder und Jugendliche eingerichtet.

    Begleitprogramm
    Von der Grabung bis ins Museum – das umfangreiche Rahmenprogramm zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ lässt alle Facetten der Archäologie lebendig werden.

    vorZEITEN unterwegs: Stadtrundgänge, Kombiführungen und Workshops
    Hier finden Sie alle Angebote, welche wir mit unseren Kooperationspartnern durchführen.

    Daten und Fakten
    Hier finden Sie Daten und Fakten zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“, eine Ausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Direktion Landesarchäologie Rheinland-Pfalz und Landesmuseum Mainz.

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  • Prachtvoll bis über den Tod hinaus -
    Goldene Scheibenfibeln waren mehr als nur Grabbeigaben für die Oberschicht

    Vorsichtig tragen Archäologen Erde und Gestein ab, Schicht für Schicht, bis sie zu den Grabbeigaben des Gräberfeldes vorgedrungen sind. Die Funde werden behutsam untersucht und minuziös dokumentiert. Hinter den zunächst belanglos wirkenden Knochenresten und Keramikscherben verstecken sich sensationelle Funde.

    Bei Ausgrabungen eines merowingischen Frauengrabes auf dem Vorplatz der Münstermaifelder Stiftskirche etwa wurden hochwertigste Stücke zutage gefördert: eine mit Silber verzierte Gürtelschließe, Finger- und Ohrringe aus Drahtringen, eine Halskette mit grünen, roten und gelben Perlen und Steinen sowie goldene Scheibenfibeln, die als Zieraccessoires und Gewandschließen dienten. Was diese Grabbeigaben nicht alles über die damalige Mode und die kulturellen Gepflogenheiten verraten! Die Verstorbene wurde, wie in dieser Zeit üblich, in ihrer Festtagstracht bestattet. Persönliche Utensilien, darunter auch Schalen oder Gefäße für Speis und Trank sollten zudem die ewige Versorgung im Jenseits sichern oder diese, wie im Fall der Schmuckstücke, über ihren Tod hinaus repräsentieren.

    Fibeln sind schon seit der Bronzezeit bekannt. Auch im frühen Mittelalter wurden sie in verschiedenen Ausführungen je nach Tracht und Stammeszugehörigkeit in unterschiedlicher Form und Machart hergestellt. Fibel – was war das doch gleich? Das liebgewonnene Lesebuch aus der Kindheit? Nicht in diesem Fall: Wunderschöne Broschen aus getriebenem Goldblech, genietet auf bronzene Grundplatten. Den ausgeformten Buckel zieren halbmondförmige Ornamente. Eine aus gekordeltem Golddraht gedrehte Einfassung umrahmt die prachtvollen roten Halbedelsteine. Ein anderes Medaillon zeigt ein mit ebenso prunkvollen Edelsteinen besetztes griechisches Kreuz. Oder lieber etwas Figürliches? In eine Blechfibel ist das Relief eines wilden Reiters in ausgestrecktem Galopp gepresst. Einige dieser Objekte wurden in frühmittelalterlichen Frauengräbern entdeckt. Wie heute wurden sie zur Zierde und als Prestigeobjekt am Körper getragen. Die Fibel erfüllte aber in erster Linie eine ganz praktische Funktion: Aus einer Nadel, einem Bügel und einem Scharnier bzw. einer Feder zusammengesetzt diente sie als Gewandschließe für lange mantelartige Umhänge, weshalb sie in Gräbern häufig im Brustbereich der Verstorbenen zum Vorschein kommen. Für Archäologen sind Fibeln nicht zuletzt deshalb von besonders großer Bedeutung, da sie eine sehr genaue Datierung der Überreste zulassen. Doch gemessen an Anzahl und Zustand der Gräber sind nur vergleichsweise wenige mit Gold verzierte Fibeln erhalten geblieben: Die kostbaren Stücke waren seit jeher bevorzugte Beute von Grabräubern!

    Wertvolle Filigranscheibenfibeln mit Goldblech, eine mit Silber verzierte zweiteilige Gürtelschließe und ein dreisträngiges Ziergehänge mit Glasperlen und Bronzeringen sind faszinierende Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz. Sie sind einzigartige Zeugnisse einer Epoche, die durch die großen Veränderungen der Völkerwanderung geprägt wurde. Sie bilden ein besonderes Kapitel innerhalb dieser Landesausstellung und beleuchten die weitreichenden Handelsbeziehungen der vermögenden fränkischen Oberschicht, die ihre Frauen mit wertvollen Grabbeigaben schmückten.

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  • Schweres Beweismittel: Das Konsolengesims aus Mainz

    Schon zu Lebzeiten von Kaiser Augustus und Drusus dem Älteren war Mogontiacum – das Römische Mainz - ein bedeutendes Legionslager. Als Stadt wuchs Mainz sehr schnell und besaß neben allen Annehmlichkeiten des römischen Lebens, befestigte Straßen, Thermen, einen Hafen auch ein großes Theater, das wohl mehr als 10.000 Gästen Platz bot.

    Da die Römer ihre Städte und Bauwerke oft weiterentwickelten und alte Bauten durch neue ersetzten, ist von dem ursprünglichen Theater aus dieser frühen Zeit nur ein schwergewichtiges Beweismittel erhalten geblieben. Es ist ein mehr als eine Tonne schwerer Steinblock, der kunstvoll behauen als Teil eines Konsolengesimses die große Kunst der römischen Steinmetze eindrucksvoll demonstriert. Als Fundamentstein für einen Altar überlebte er zweitverwertet mehr als 1800 Jahre in Mainz und dient jetzt als extrem schweres Beweismittel für die Existenz des nicht mehr erhaltenen ersten XL-Theaterbaus der Römer.
    Die römische Kultur machte große Anleihen bei den Griechen, gerade was Kultur, Glaube aber auch Wissenschaft & Technik betraf. Zwischen den Jahren 120 v Chr. und 150 n Chr. erreichte die technische Entwicklung im Römischen Reich ihren Höhepunkt. Die Römer hinterließen uns erstaunliche Bauwerke: Aquädukte, Straßen, Thermen mit Fußbodenheizung, kunstreiche Tempelanlagen und faszinierende Theaterbauten. Obwohl sie bei weitem nicht das Werkzeug von heute hatten, erschufen die römischen Baumeister Tempelanlagen, öffentliche Gebäude und Theater von bisher unbekannter Dimension in einer enormen Geschwindigkeit und Qualität. Durch mathematisches Wissen, perfekte Logistik und innovative Bautechniken wurden diese Meisterleistungen umgesetzt. Für sie diente die Mathematik als Grundlage zur Baustatik, Materialphysik und der räumlichen Formgebung. Sie war die notwendige Voraussetzung zur Prüfung der Umsetzbarkeit. Ein heute ebenso unverzichtbares Material wurde damals schon sehr erfolgreich eingesetzt: Beton. Im Alten Rom schätze man „opus caementitium“ sehr und realisierte damit zum Beispiel in Rom den Bau des Pantheon mit seiner über 43 Meter hinwegschwingenden Kuppel.

    Ganz ohne Beton schufen die virtuosen Steinmetze den schwergewichtigen Steinquader, der eines der herausragenden Ausstellungsstücke der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz ist. Er ist ein ganz besonderes Kunstwerk seiner Epoche und Teil des faszinierenden archäologischen Themenbereiches „Römerzeit“ im Landesmuseum Mainz.

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  • Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

    Das Gelbe, wie man Gold im Mittelalter nannte hatte bereits seit griechischen und römischen Zeiten eine enorme Bedeutung als Zahlungsmittel und Machtbasis der Kaiser und Könige. Die Sehnsucht Gold alchemistisch herstellen zu können, existierte schon seit der Antike. Es nahm die Versuchung zu, „goldähnliche“ Mineralien als echtes Gold unter das Volk zu bringen.

    Im Mittelalter verwendete man gerne den Begriff Narren- oder Katzengold für das golden glänzende Mineral Pyrit. Echtes, wertvolles Gold vorzutäuschen, war das Ansinnen von Fälschern und Betrügern. Hier einen Narren zu finden, der dieser Täuschung Glauben schenkte, war ihr Ziel. Das Wort Katze leitete man im Mittelalter von Ketzer ab. Wurde einer dieser „Goldketzer“ beim Betrug ertappt, musste er mit harten Strafen, bis hin zum Galgen rechnen.
    Schon beim Prüfen seiner Dichte wäre unser „Katzengold“ im Vergleich zum begehrten Edelmetall durchgefallen. Gold hat eine Dichte von 15-19 , das „Katzengold“ Mineral Pyrit nur 5- 5,5.  Da man die Dichte im Mittelalter nur ganz schwer ermitteln konnte, war die Ritzprobe ein sehr probates Mittel. Dass das härtere Mineral das weichere ritzt, während das härtere vom weichen nicht geritzt wird – war ein Wissen, das schon die alten Ägypter präzise einsetzten. So ließ sich Gold von Katzengold leicht unterscheiden.
    Der Wissenschaftler Friedrich Mohs erstellte um das Jahr 1820 seine heute noch gebräuchliche Härteskala „Mohshärte“, die heute durch die Methoden von Vickers und Rosiwal noch verfeinert wird.  Gold mit einer Mohshärte von 2-3 ist weit aus weicher als Pyrit, das mit 6- 6,5 bereits sehr hart ist und nur mechanisch bearbeitet werden kann.
    Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber es fasziniert den Betrachter und weckt sein Begehren.

    Das „Katzengold aus Budenbach“ ist eines der faszinierenden Exponate der Sonderausstellung „Vorzeiten – 2017“.

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  • Die erste Base-Jumperin der Welt kam aus dem Westerwald

    Obwohl 1912 der österreichische Schneider Franz Reichel seinen „Fledermaus-Fluganzug“ für den Sprung vom Pariser Eifelturm nach dem Vorbild der Flughäute aus dem Tierreich entwickelt hatte, stürzte er zu Tode. Er war der erste von mehr als 75 „Experimentalspringern“, die seitdem ihren Versuch mit dem Leben bezahlten.

    Das Springen und Gleiten von Felsen, Bäumen und Anhöhen ist schon seit der Antike ein Menschheitstraum, der erst in den letzten Jahren durch den Einsatz modernster Technik und HighTec-Materialien zu einem Breitensport werden konnte.
    Base-Jumping bleibt heute genauso gefährlich wie vor Millionen Jahren im Tertiär. Der Reiz des schwerelosen Hinabgleitens, des spektakulären Fluges vorbei an Wolkenkratzern, Brücken, Felsformationen oder großen Industrieanlagen übt heute eine enorme Faszination für Männer und Frauen aus, die als Base-Jumper in modernen Fluganzügen bei jedem Sprung Gesundheit und Leben riskieren.
    25 Millionen Jahre früher, im Tertiär, entstanden im heutigen Westerwald bei Enspel mächtige Ölschieferablagerungen. Hier schlummerte unter tonnenschweren Basaltmassen ein fabelhaftes Wesen, das Batman und den heutigen Flughunden und Fledermäusen jede Show streitig machen würde: „Die Stöffelmaus“.  
    Diese nur ca. 11 cm große Flugmaus aus dem Westerwald hat sich einen ganz besonderen Platz im großen Reigen der Evolution verdient. Die Spannweite ihrer Flughäute betrug zwar nur etwas mehr als 10 cm, aber der hervorragende Erhaltungszustand ihres Skelettes, der Kiefer, der Zähne der Flughaut und ihrer Haare macht sie so einzigartig.
    Petra Schaefers (Geowissenschaftliche Präparatorin, Direktion Landesarchäologie/ Erdgeschichte, Mainz) präparierte  mehr als 3 Monate in sorgfältiger Feinstarbeit das in der Schieferplatte verborgene Fossil und sorgte mit der fertig präparierten „Stöffelmaus“ für eine wissenschaftliche Sensation.
    Sie ist die weltweit älteste vollständig erhaltene Flugmaus, deren Nachkommen vor ca. 2 Millionen Jahren ausstarben. Wie heutige Flughörnchen war sie ein geschickter Gleitflieger, der zwar nicht selbst abheben, aber größere Distanzen von Baum zu Baum gleiten konnte.  Nur bei ihrem letzten Flug scheiterte sie an bisher unbekannten Problemen und stürzte in den Maarsee von Enspel, der sie für uns perfekt konservierte.
    Die Stöffelmaus ist eines der Top-Exponate der Sonderausstellung „vorZeiten – 2017“. Sie ist der älteste Nachweis des Gleitfluges bei Nagetieren.

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  • Kamen die Hunnen bis in die Pfalz?
    Weltweit einzigartige Stuhlfragmente sind Top-Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz.

    Tausende von Jahren lang war das Knien oder Kauern die natürliche Sitzhaltung der Menschen. Es war ein Sitzen ohne Stuhl. Holzstümpfe, Steine oder Felsquader waren für Menschen die ursprünglichen Sitzgelegenheiten bevor der Mensch seine ersten Sitzmöbel schuf. Heute blickt man von den ersten Rundsitzen und Steckstühlen bis hin zu modernsten Sitzmöbeln auf 5000 Jahre Stuhlgeschichte(n) zurück. Die ersten Stühle waren sicher für Herrscher oder Priester bestimmt und aus Gründen der Mobilität zerlegbar gebaut. Falt- und Scheerenstühle waren schon bei Ägyptern, Mesopotamiern, Griechen und Römern Insignien der Macht.

    Die bei einer Raubgrabung in der Nähe von Rülzheim zu Tage geförderten Fragmente lassen die Fachleute auf die Reste eines prunkvollen Faltstuhls schließen. Da er das einzig erhaltene Exemplar dieser Art auf der Welt ist, gilt er als wissenschaftliche Sensation.
    Was an Überresten dieses Meisterwerkes der Handwerkskunst gefunden wurde, fasst der verantwortliche Archäologe Dr. Ulrich Himmelmann zusammen: „Elf größere Teile des Gestänges (Eisenkern mit teilvergoldeter Silberfolie ummantelt), zahlreiche Kettenfragmente, vier zapfenartige Zierelemente, zwei Statuetten (Höhe ca. 11 cm), zwei Büsten (Höhe ca. 5,5 cm), sowie vier aus Bronze gegossene und mit Silber ummantelte Löwenpranken, die als Füße dienten, sowie verschiedenen Kleinteile. Zahlreiche Spuren belegen, dass der Stuhl bereits in der Antike ohne Rücksicht auf Verzierung oder Funktionsfähigkeit zerteilt wurde. Entweder war der letzte Besitzer nur noch am Materialwert interessiert oder die Zerstörung hatte kultischen Charakter, wie z.B. bei den hunnischen Totenopfern“. Der Besitzer bleibt unbekannt im Dunkel der Geschichte- im Nebel der Historie- er könnte  Hunne oder Römer gewesen sein, ebenso ein in den Diensten der Römer stehender Franke, Burgunder oder Westgote.  Entstanden ist der Stuhl wohl schon im 4. Jhd. im römischen Kulturkreis, vergraben wurde er in der 1. Hälfte des 5. Jhd. Bei diesem Klappstuhl handelt es sich um ein vergleichsweise komplexes Modell mit einer von Ketten gehaltenen, klappbaren Rückenlehne und Armlehnen. Aus den geborgenen Fragmenten könnte ein vollständiger Stuhl rekonstruiert werden. Dieser außergewöhnliche Sensationsfund aus der Pfalz ist eines der Top-Exponate in der Landesausstellung in Mainz.
    Dr. Ulrich Himmelmann hat als Leiter der Außenstelle der Landesarchäologie in Speyer sicherlich das, was man als einen Traumjob bezeichnen kann. Als Archäologe und Wissenschaftler erforscht er mit naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Methoden die kulturelle Entwicklung der Menschheit. Er schafft es durch seine Arbeit immer wieder, dem faszinierenden Mosaik der europäischen Kulturgeschichte neue Bausteine hinzuzufügen. Schon 1987 nahm er in den Schulferien an archäologischen Ausgrabungen teil. Die Ur-, Frühgeschichte und klassische Archäologie bildeten den roten Faden seines erfolgreichen Berufswegs, der mit seiner Promotion an der Universität Heidelberg 2005 einen ersten Höhepunkt erreichte. Von 2008 an war er sechs Jahre verantwortlich für mehr als 500 Computerarbeitsplätze. Der Aufbau der modernen IT-Struktur in 4 großen und 20 kleinen Standorten der GDKE ist sein Verdienst.

    Der Klappstuhl aus dem Raubgrabungsfund von Rülzheim ist eines der Top-Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz. Er ist ein einzigartiges Artefakt seiner Epoche, Teil eines faszinierenden Schatzes aus der Zeit der Völkerwanderung.

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  • Mörderische Bestie oder einzigartiges Erbe Roms?
    Die Drachenstandarte aus Niederbieber

    Drachen sind mythologische Wesen, über die Menschen seit Urzeiten sprechen. Ihre Darstellungen in Kunst und Literatur sind seit dem Altertum Fundamente weltberühmter Legenden. Obwohl niemand einen echten Drachen je gesehen hat, kommt ihnen eine zentrale Bedeutung in der Mythologie zu. Vielköpfige Schlangen, riesige Lindwürmer und feuerspeiende Drachen tauchen in den antiken Mythen der Babylonier, Griechen und Römer, den Legenden der Kelten und Germanen immer wieder als Gegner der Götter und Hüter sagenhafter Schätze auf. Bis ins hohe Mittelalter war der Drache vor allem ein Schreckensbild und Herrschaftssymbol.

    Der Drache stand auch Motiv für ein weltbekanntes Feldzeichen der römischen Armee. Die römischen Legionen übernahmen die sogenannte „Dracostandarte“ als Feldzeichen in Drachenform von den Dakern, die aus dem westlichen Schwarzmeergebiet kamen.
    Scharfkantige Zähne ragen aus dem weit aufgerissenen Maul des Drachen. Bedrohlich wirken auch sein wilder, durchdringender Blick und der feuervergoldete, gezackte Kamm auf dem breiten Schädel. An dem muskulös wirkenden, aus dünnem Kupferblech getriebenen, geschuppten Hals war einst ein röhrenförmiger Windsack befestigt. Auf einen Stab oder eine Lanze gesteckt, wurde die Drachenstandarte auf das Schlachtfeld vorangetragen. Gut vorstellbar, wie beeindruckend und gleichermaßen abschreckend es wirken musste, wenn durch das halb geöffnete Maul und den aufgeblähten Körper Wind strömte und dem Drachen dabei gefährlich klingende Zischlaute entwichen. In den 1970er Jahren wurde im Kastell Niederbieber in Neuwied bei Koblenz der bis heute einzige erhaltene originale Kopf einer römischen Drachenstandarte ausgegraben. Als faszinierendes Objekt der Zeitgeschichte wurde sie zum Symbol der rheinland-pfälzischen Landesarchäologie und zum Leitmotiv der Landesausstellung in Mainz.

    Die Drachenstandarte aus dem römischen Kastel Niederbieber, ist eines der Top-Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz. Sie ist ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert und einzigartiges Artefakt der römischen Militärgeschichte im gesamten ehemaligen römischen Reich.

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  • „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“
    Landesausstellung 21. Mai bis 29. Oktober 2017 Landesmuseum Mainz

    Schätze spielen in der Kulturgeschichte der Menschen seit Jahrtausenden eine ganz besondere Rolle. Wertvolle und auch überraschende archäologische Entdeckungen, die lange Zeit versteckt, vergraben und versunken waren, wurden zu kostbaren Schätzen, auch weil sich Sagen und Legenden um sie ranken.

    Der Bewahrung dieser einzigartigen Schätze für Öffentlichkeit und Wissenschaft widmet sich die Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, denn kaum eine Region in Mitteleuropa kann so viele spektakuläre Funde aufweisen wie das heutige Rheinland-Pfalz. Mehr als 400 Millionen Jahre Erd-, Natur- und Kulturgeschichte haben beeindruckende Spuren hinterlassen und haben herausragende Kulturstätten erschaffen, die heute dank ihrer „Rettung“ viele Besucher in ihren Bann ziehen.
    Der Reichtum an archäologischen Schätzen macht Rheinland-Pfalz so einzigartig. Die hier gefundenen und geretteten Artefakte aus vielen Tausend Jahren wie „fliegende Mäuse“, „tanzende Frauen“, „der  älteste Rheinland-Pfälzer“, „eine Sonnenbarke“, „ein Steinzeitmassaker“, „der Fürst von Worms“ und „trierisches Tafelsilber“ wurden weltberühmt.
    Unter dem Titel „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ feiert  Rheinland-Pfalz mit einer außergewöhnlichen Landesausstellung 2017 in Mainz seinen 70. Geburtstag und das 70. jährige Bestehen seiner renommierten Landesarchäologie.
    Heinrich Schliemann und Howard Carter wären gewiss voller Begeisterung nach Mainz gekommen, um diese sensationellen Funde der modernen Archäologie zu erleben.  Auch die Faszination archäologischer Themen, aufbereitet für ein breites Publikum ließen Filmfiguren wie Indiana Jones und Lara Croft erst populär werden.

    Vom 21. Mai bis 29. Oktober 2017 können Kulturreisende aus ganz Europa diese  herausragenden Funde im Landesmuseum Mainz erleben.
    Weitere Informationen unter: www.vorzeiten-ausstellung.de

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