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Pressemeldungen

  • Pressekonferenz „vorZEITEN“ am 16.05.2017

    Pressekonferenz „vorZEITEN“ am 16.05.2017

    Am 16.05.2017 fand die Pressekonferenz zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Landesmuseum Mainz statt.

    Kulturminister Wolf wirbt für Landesausstellung „vorZEITEN“
    „Erstmalig in der Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz widmet sich eine so umfangreiche Ausstellung dem reichhaltigen kulturellen Erbe unserer Region“, betonte Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf am Dienstag auf der Pressekonferenz.

    Zur Ausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“
    Die Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ ist aufgeteilt in 16 kleine Räume, die neun Epochen gewidmet sind: Erdgeschichte, Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Römerzeit, Völkerwanderungszeit (Spätantike), Frühes Mittelalter, Mittelalter und Neuzeit. 

    Highlights
    Entdecken Sie die Highlights der Landesausstellung "vorZEITEN".

    70 Jahre Landesarchäologie Rheinland-Pfalz
    In diesem Jahr feiert Rheinland-Pfalz seinen 70. Geburtstag. Damit begeht zugleich auch eine Institution ihr 70-jähriges Bestehen, die das reichhaltige kulturelle Erbe des Landes sichert und für kommende Generationen bewahrt: die Landesarchäologie. 

    Begleitband zur Landesausstellung
    Im Begleitband zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ werden ausgesuchte Funde sowie aktuelle Forschungsergebnisse vorgelegt.

    Begleitbroschüre „Die Schätze des Landes entdecken“
    Hier finden Sie Tipps und Anregungen für Ihre persönliche archäologische Entdeckungstour.

    Kinderausstellung / Angebote für Schulklassen und Lehrermaterial
    Im Rahmen der Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ wurde ein ZEITforscherRAUM als interaktiver Ausstellungsbereich für Kinder und Jugendliche eingerichtet.

    Begleitprogramm
    Von der Grabung bis ins Museum – das umfangreiche Rahmenprogramm zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ lässt alle Facetten der Archäologie lebendig werden.

    vorZEITEN unterwegs: Stadtrundgänge, Kombiführungen und Workshops
    Hier finden Sie alle Angebote, welche wir mit unseren Kooperationspartnern durchführen.

    Daten und Fakten
    Hier finden Sie Daten und Fakten zur Landesausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“, eine Ausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Direktion Landesarchäologie Rheinland-Pfalz und Landesmuseum Mainz.

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  • Prachtvoll bis über den Tod hinaus -
    Goldene Scheibenfibeln waren mehr als nur Grabbeigaben für die Oberschicht

    Vorsichtig tragen Archäologen Erde und Gestein ab, Schicht für Schicht, bis sie zu den Grabbeigaben des Gräberfeldes vorgedrungen sind. Die Funde werden behutsam untersucht und minuziös dokumentiert. Hinter den zunächst belanglos wirkenden Knochenresten und Keramikscherben verstecken sich sensationelle Funde.

    Bei Ausgrabungen eines merowingischen Frauengrabes auf dem Vorplatz der Münstermaifelder Stiftskirche etwa wurden hochwertigste Stücke zutage gefördert: eine mit Silber verzierte Gürtelschließe, Finger- und Ohrringe aus Drahtringen, eine Halskette mit grünen, roten und gelben Perlen und Steinen sowie goldene Scheibenfibeln, die als Zieraccessoires und Gewandschließen dienten. Was diese Grabbeigaben nicht alles über die damalige Mode und die kulturellen Gepflogenheiten verraten! Die Verstorbene wurde, wie in dieser Zeit üblich, in ihrer Festtagstracht bestattet. Persönliche Utensilien, darunter auch Schalen oder Gefäße für Speis und Trank sollten zudem die ewige Versorgung im Jenseits sichern oder diese, wie im Fall der Schmuckstücke, über ihren Tod hinaus repräsentieren.

    Fibeln sind schon seit der Bronzezeit bekannt. Auch im frühen Mittelalter wurden sie in verschiedenen Ausführungen je nach Tracht und Stammeszugehörigkeit in unterschiedlicher Form und Machart hergestellt. Fibel – was war das doch gleich? Das liebgewonnene Lesebuch aus der Kindheit? Nicht in diesem Fall: Wunderschöne Broschen aus getriebenem Goldblech, genietet auf bronzene Grundplatten. Den ausgeformten Buckel zieren halbmondförmige Ornamente. Eine aus gekordeltem Golddraht gedrehte Einfassung umrahmt die prachtvollen roten Halbedelsteine. Ein anderes Medaillon zeigt ein mit ebenso prunkvollen Edelsteinen besetztes griechisches Kreuz. Oder lieber etwas Figürliches? In eine Blechfibel ist das Relief eines wilden Reiters in ausgestrecktem Galopp gepresst. Einige dieser Objekte wurden in frühmittelalterlichen Frauengräbern entdeckt. Wie heute wurden sie zur Zierde und als Prestigeobjekt am Körper getragen. Die Fibel erfüllte aber in erster Linie eine ganz praktische Funktion: Aus einer Nadel, einem Bügel und einem Scharnier bzw. einer Feder zusammengesetzt diente sie als Gewandschließe für lange mantelartige Umhänge, weshalb sie in Gräbern häufig im Brustbereich der Verstorbenen zum Vorschein kommen. Für Archäologen sind Fibeln nicht zuletzt deshalb von besonders großer Bedeutung, da sie eine sehr genaue Datierung der Überreste zulassen. Doch gemessen an Anzahl und Zustand der Gräber sind nur vergleichsweise wenige mit Gold verzierte Fibeln erhalten geblieben: Die kostbaren Stücke waren seit jeher bevorzugte Beute von Grabräubern!

    Wertvolle Filigranscheibenfibeln mit Goldblech, eine mit Silber verzierte zweiteilige Gürtelschließe und ein dreisträngiges Ziergehänge mit Glasperlen und Bronzeringen sind faszinierende Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz. Sie sind einzigartige Zeugnisse einer Epoche, die durch die großen Veränderungen der Völkerwanderung geprägt wurde. Sie bilden ein besonderes Kapitel innerhalb dieser Landesausstellung und beleuchten die weitreichenden Handelsbeziehungen der vermögenden fränkischen Oberschicht, die ihre Frauen mit wertvollen Grabbeigaben schmückten.

    Im Auftrag der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
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  • Schweres Beweismittel: Das Konsolengesims aus Mainz

    Schon zu Lebzeiten von Kaiser Augustus und Drusus dem Älteren war Mogontiacum – das Römische Mainz - ein bedeutendes Legionslager. Als Stadt wuchs Mainz sehr schnell und besaß neben allen Annehmlichkeiten des römischen Lebens, befestigte Straßen, Thermen, einen Hafen auch ein großes Theater, das wohl mehr als 10.000 Gästen Platz bot.

    Da die Römer ihre Städte und Bauwerke oft weiterentwickelten und alte Bauten durch neue ersetzten, ist von dem ursprünglichen Theater aus dieser frühen Zeit nur ein schwergewichtiges Beweismittel erhalten geblieben. Es ist ein mehr als eine Tonne schwerer Steinblock, der kunstvoll behauen als Teil eines Konsolengesimses die große Kunst der römischen Steinmetze eindrucksvoll demonstriert. Als Fundamentstein für einen Altar überlebte er zweitverwertet mehr als 1800 Jahre in Mainz und dient jetzt als extrem schweres Beweismittel für die Existenz des nicht mehr erhaltenen ersten XL-Theaterbaus der Römer.
    Die römische Kultur machte große Anleihen bei den Griechen, gerade was Kultur, Glaube aber auch Wissenschaft & Technik betraf. Zwischen den Jahren 120 v Chr. und 150 n Chr. erreichte die technische Entwicklung im Römischen Reich ihren Höhepunkt. Die Römer hinterließen uns erstaunliche Bauwerke: Aquädukte, Straßen, Thermen mit Fußbodenheizung, kunstreiche Tempelanlagen und faszinierende Theaterbauten. Obwohl sie bei weitem nicht das Werkzeug von heute hatten, erschufen die römischen Baumeister Tempelanlagen, öffentliche Gebäude und Theater von bisher unbekannter Dimension in einer enormen Geschwindigkeit und Qualität. Durch mathematisches Wissen, perfekte Logistik und innovative Bautechniken wurden diese Meisterleistungen umgesetzt. Für sie diente die Mathematik als Grundlage zur Baustatik, Materialphysik und der räumlichen Formgebung. Sie war die notwendige Voraussetzung zur Prüfung der Umsetzbarkeit. Ein heute ebenso unverzichtbares Material wurde damals schon sehr erfolgreich eingesetzt: Beton. Im Alten Rom schätze man „opus caementitium“ sehr und realisierte damit zum Beispiel in Rom den Bau des Pantheon mit seiner über 43 Meter hinwegschwingenden Kuppel.

    Ganz ohne Beton schufen die virtuosen Steinmetze den schwergewichtigen Steinquader, der eines der herausragenden Ausstellungsstücke der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz ist. Er ist ein ganz besonderes Kunstwerk seiner Epoche und Teil des faszinierenden archäologischen Themenbereiches „Römerzeit“ im Landesmuseum Mainz.

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  • Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

    Das Gelbe, wie man Gold im Mittelalter nannte hatte bereits seit griechischen und römischen Zeiten eine enorme Bedeutung als Zahlungsmittel und Machtbasis der Kaiser und Könige. Die Sehnsucht Gold alchemistisch herstellen zu können, existierte schon seit der Antike. Es nahm die Versuchung zu, „goldähnliche“ Mineralien als echtes Gold unter das Volk zu bringen.

    Im Mittelalter verwendete man gerne den Begriff Narren- oder Katzengold für das golden glänzende Mineral Pyrit. Echtes, wertvolles Gold vorzutäuschen, war das Ansinnen von Fälschern und Betrügern. Hier einen Narren zu finden, der dieser Täuschung Glauben schenkte, war ihr Ziel. Das Wort Katze leitete man im Mittelalter von Ketzer ab. Wurde einer dieser „Goldketzer“ beim Betrug ertappt, musste er mit harten Strafen, bis hin zum Galgen rechnen.
    Schon beim Prüfen seiner Dichte wäre unser „Katzengold“ im Vergleich zum begehrten Edelmetall durchgefallen. Gold hat eine Dichte von 15-19 , das „Katzengold“ Mineral Pyrit nur 5- 5,5.  Da man die Dichte im Mittelalter nur ganz schwer ermitteln konnte, war die Ritzprobe ein sehr probates Mittel. Dass das härtere Mineral das weichere ritzt, während das härtere vom weichen nicht geritzt wird – war ein Wissen, das schon die alten Ägypter präzise einsetzten. So ließ sich Gold von Katzengold leicht unterscheiden.
    Der Wissenschaftler Friedrich Mohs erstellte um das Jahr 1820 seine heute noch gebräuchliche Härteskala „Mohshärte“, die heute durch die Methoden von Vickers und Rosiwal noch verfeinert wird.  Gold mit einer Mohshärte von 2-3 ist weit aus weicher als Pyrit, das mit 6- 6,5 bereits sehr hart ist und nur mechanisch bearbeitet werden kann.
    Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber es fasziniert den Betrachter und weckt sein Begehren.

    Das „Katzengold aus Budenbach“ ist eines der faszinierenden Exponate der Sonderausstellung „Vorzeiten – 2017“.

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  • Die erste Base-Jumperin der Welt kam aus dem Westerwald

    Obwohl 1912 der österreichische Schneider Franz Reichel seinen „Fledermaus-Fluganzug“ für den Sprung vom Pariser Eifelturm nach dem Vorbild der Flughäute aus dem Tierreich entwickelt hatte, stürzte er zu Tode. Er war der erste von mehr als 75 „Experimentalspringern“, die seitdem ihren Versuch mit dem Leben bezahlten.

    Das Springen und Gleiten von Felsen, Bäumen und Anhöhen ist schon seit der Antike ein Menschheitstraum, der erst in den letzten Jahren durch den Einsatz modernster Technik und HighTec-Materialien zu einem Breitensport werden konnte.
    Base-Jumping bleibt heute genauso gefährlich wie vor Millionen Jahren im Tertiär. Der Reiz des schwerelosen Hinabgleitens, des spektakulären Fluges vorbei an Wolkenkratzern, Brücken, Felsformationen oder großen Industrieanlagen übt heute eine enorme Faszination für Männer und Frauen aus, die als Base-Jumper in modernen Fluganzügen bei jedem Sprung Gesundheit und Leben riskieren.
    25 Millionen Jahre früher, im Tertiär, entstanden im heutigen Westerwald bei Enspel mächtige Ölschieferablagerungen. Hier schlummerte unter tonnenschweren Basaltmassen ein fabelhaftes Wesen, das Batman und den heutigen Flughunden und Fledermäusen jede Show streitig machen würde: „Die Stöffelmaus“.  
    Diese nur ca. 11 cm große Flugmaus aus dem Westerwald hat sich einen ganz besonderen Platz im großen Reigen der Evolution verdient. Die Spannweite ihrer Flughäute betrug zwar nur etwas mehr als 10 cm, aber der hervorragende Erhaltungszustand ihres Skelettes, der Kiefer, der Zähne der Flughaut und ihrer Haare macht sie so einzigartig.
    Petra Schaefers (Geowissenschaftliche Präparatorin, Direktion Landesarchäologie/ Erdgeschichte, Mainz) präparierte  mehr als 3 Monate in sorgfältiger Feinstarbeit das in der Schieferplatte verborgene Fossil und sorgte mit der fertig präparierten „Stöffelmaus“ für eine wissenschaftliche Sensation.
    Sie ist die weltweit älteste vollständig erhaltene Flugmaus, deren Nachkommen vor ca. 2 Millionen Jahren ausstarben. Wie heutige Flughörnchen war sie ein geschickter Gleitflieger, der zwar nicht selbst abheben, aber größere Distanzen von Baum zu Baum gleiten konnte.  Nur bei ihrem letzten Flug scheiterte sie an bisher unbekannten Problemen und stürzte in den Maarsee von Enspel, der sie für uns perfekt konservierte.
    Die Stöffelmaus ist eines der Top-Exponate der Sonderausstellung „vorZeiten – 2017“. Sie ist der älteste Nachweis des Gleitfluges bei Nagetieren.

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  • Kamen die Hunnen bis in die Pfalz?
    Weltweit einzigartige Stuhlfragmente sind Top-Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz.

    Tausende von Jahren lang war das Knien oder Kauern die natürliche Sitzhaltung der Menschen. Es war ein Sitzen ohne Stuhl. Holzstümpfe, Steine oder Felsquader waren für Menschen die ursprünglichen Sitzgelegenheiten bevor der Mensch seine ersten Sitzmöbel schuf. Heute blickt man von den ersten Rundsitzen und Steckstühlen bis hin zu modernsten Sitzmöbeln auf 5000 Jahre Stuhlgeschichte(n) zurück. Die ersten Stühle waren sicher für Herrscher oder Priester bestimmt und aus Gründen der Mobilität zerlegbar gebaut. Falt- und Scheerenstühle waren schon bei Ägyptern, Mesopotamiern, Griechen und Römern Insignien der Macht.

    Die bei einer Raubgrabung in der Nähe von Rülzheim zu Tage geförderten Fragmente lassen die Fachleute auf die Reste eines prunkvollen Faltstuhls schließen. Da er das einzig erhaltene Exemplar dieser Art auf der Welt ist, gilt er als wissenschaftliche Sensation.
    Was an Überresten dieses Meisterwerkes der Handwerkskunst gefunden wurde, fasst der verantwortliche Archäologe Dr. Ulrich Himmelmann zusammen: „Elf größere Teile des Gestänges (Eisenkern mit teilvergoldeter Silberfolie ummantelt), zahlreiche Kettenfragmente, vier zapfenartige Zierelemente, zwei Statuetten (Höhe ca. 11 cm), zwei Büsten (Höhe ca. 5,5 cm), sowie vier aus Bronze gegossene und mit Silber ummantelte Löwenpranken, die als Füße dienten, sowie verschiedenen Kleinteile. Zahlreiche Spuren belegen, dass der Stuhl bereits in der Antike ohne Rücksicht auf Verzierung oder Funktionsfähigkeit zerteilt wurde. Entweder war der letzte Besitzer nur noch am Materialwert interessiert oder die Zerstörung hatte kultischen Charakter, wie z.B. bei den hunnischen Totenopfern“. Der Besitzer bleibt unbekannt im Dunkel der Geschichte- im Nebel der Historie- er könnte  Hunne oder Römer gewesen sein, ebenso ein in den Diensten der Römer stehender Franke, Burgunder oder Westgote.  Entstanden ist der Stuhl wohl schon im 4. Jhd. im römischen Kulturkreis, vergraben wurde er in der 1. Hälfte des 5. Jhd. Bei diesem Klappstuhl handelt es sich um ein vergleichsweise komplexes Modell mit einer von Ketten gehaltenen, klappbaren Rückenlehne und Armlehnen. Aus den geborgenen Fragmenten könnte ein vollständiger Stuhl rekonstruiert werden. Dieser außergewöhnliche Sensationsfund aus der Pfalz ist eines der Top-Exponate in der Landesausstellung in Mainz.
    Dr. Ulrich Himmelmann hat als Leiter der Außenstelle der Landesarchäologie in Speyer sicherlich das, was man als einen Traumjob bezeichnen kann. Als Archäologe und Wissenschaftler erforscht er mit naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Methoden die kulturelle Entwicklung der Menschheit. Er schafft es durch seine Arbeit immer wieder, dem faszinierenden Mosaik der europäischen Kulturgeschichte neue Bausteine hinzuzufügen. Schon 1987 nahm er in den Schulferien an archäologischen Ausgrabungen teil. Die Ur-, Frühgeschichte und klassische Archäologie bildeten den roten Faden seines erfolgreichen Berufswegs, der mit seiner Promotion an der Universität Heidelberg 2005 einen ersten Höhepunkt erreichte. Von 2008 an war er sechs Jahre verantwortlich für mehr als 500 Computerarbeitsplätze. Der Aufbau der modernen IT-Struktur in 4 großen und 20 kleinen Standorten der GDKE ist sein Verdienst.

    Der Klappstuhl aus dem Raubgrabungsfund von Rülzheim ist eines der Top-Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz. Er ist ein einzigartiges Artefakt seiner Epoche, Teil eines faszinierenden Schatzes aus der Zeit der Völkerwanderung.

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  • Mörderische Bestie oder einzigartiges Erbe Roms?
    Die Drachenstandarte aus Niederbieber

    Drachen sind mythologische Wesen, über die Menschen seit Urzeiten sprechen. Ihre Darstellungen in Kunst und Literatur sind seit dem Altertum Fundamente weltberühmter Legenden. Obwohl niemand einen echten Drachen je gesehen hat, kommt ihnen eine zentrale Bedeutung in der Mythologie zu. Vielköpfige Schlangen, riesige Lindwürmer und feuerspeiende Drachen tauchen in den antiken Mythen der Babylonier, Griechen und Römer, den Legenden der Kelten und Germanen immer wieder als Gegner der Götter und Hüter sagenhafter Schätze auf. Bis ins hohe Mittelalter war der Drache vor allem ein Schreckensbild und Herrschaftssymbol.

    Der Drache stand auch Motiv für ein weltbekanntes Feldzeichen der römischen Armee. Die römischen Legionen übernahmen die sogenannte „Dracostandarte“ als Feldzeichen in Drachenform von den Dakern, die aus dem westlichen Schwarzmeergebiet kamen.
    Scharfkantige Zähne ragen aus dem weit aufgerissenen Maul des Drachen. Bedrohlich wirken auch sein wilder, durchdringender Blick und der feuervergoldete, gezackte Kamm auf dem breiten Schädel. An dem muskulös wirkenden, aus dünnem Kupferblech getriebenen, geschuppten Hals war einst ein röhrenförmiger Windsack befestigt. Auf einen Stab oder eine Lanze gesteckt, wurde die Drachenstandarte auf das Schlachtfeld vorangetragen. Gut vorstellbar, wie beeindruckend und gleichermaßen abschreckend es wirken musste, wenn durch das halb geöffnete Maul und den aufgeblähten Körper Wind strömte und dem Drachen dabei gefährlich klingende Zischlaute entwichen. In den 1970er Jahren wurde im Kastell Niederbieber in Neuwied bei Koblenz der bis heute einzige erhaltene originale Kopf einer römischen Drachenstandarte ausgegraben. Als faszinierendes Objekt der Zeitgeschichte wurde sie zum Symbol der rheinland-pfälzischen Landesarchäologie und zum Leitmotiv der Landesausstellung in Mainz.

    Die Drachenstandarte aus dem römischen Kastel Niederbieber, ist eines der Top-Exponate der Landesausstellung „vorZEITEN“ in Mainz. Sie ist ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert und einzigartiges Artefakt der römischen Militärgeschichte im gesamten ehemaligen römischen Reich.

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  • „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“
    Landesausstellung 21. Mai bis 29. Oktober 2017 Landesmuseum Mainz

    Schätze spielen in der Kulturgeschichte der Menschen seit Jahrtausenden eine ganz besondere Rolle. Wertvolle und auch überraschende archäologische Entdeckungen, die lange Zeit versteckt, vergraben und versunken waren, wurden zu kostbaren Schätzen, auch weil sich Sagen und Legenden um sie ranken.

    Der Bewahrung dieser einzigartigen Schätze für Öffentlichkeit und Wissenschaft widmet sich die Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, denn kaum eine Region in Mitteleuropa kann so viele spektakuläre Funde aufweisen wie das heutige Rheinland-Pfalz. Mehr als 400 Millionen Jahre Erd-, Natur- und Kulturgeschichte haben beeindruckende Spuren hinterlassen und haben herausragende Kulturstätten erschaffen, die heute dank ihrer „Rettung“ viele Besucher in ihren Bann ziehen.
    Der Reichtum an archäologischen Schätzen macht Rheinland-Pfalz so einzigartig. Die hier gefundenen und geretteten Artefakte aus vielen Tausend Jahren wie „fliegende Mäuse“, „tanzende Frauen“, „der  älteste Rheinland-Pfälzer“, „eine Sonnenbarke“, „ein Steinzeitmassaker“, „der Fürst von Worms“ und „trierisches Tafelsilber“ wurden weltberühmt.
    Unter dem Titel „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ feiert  Rheinland-Pfalz mit einer außergewöhnlichen Landesausstellung 2017 in Mainz seinen 70. Geburtstag und das 70. jährige Bestehen seiner renommierten Landesarchäologie.
    Heinrich Schliemann und Howard Carter wären gewiss voller Begeisterung nach Mainz gekommen, um diese sensationellen Funde der modernen Archäologie zu erleben.  Auch die Faszination archäologischer Themen, aufbereitet für ein breites Publikum ließen Filmfiguren wie Indiana Jones und Lara Croft erst populär werden.

    Vom 21. Mai bis 29. Oktober 2017 können Kulturreisende aus ganz Europa diese  herausragenden Funde im Landesmuseum Mainz erleben.
    Weitere Informationen unter: www.vorzeiten-ausstellung.de

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